2. Körper in seiner künstlerischen Arbeit


  1. Gute Frage. Ich glaube, ja, das Körpergefühl hat sich sicherlich auch etwas geändert, weil die Repräsentation der Körper sich geändert hat über die lange Zeit. Und ich glaube auch bestimmte Kernfragen, die ich über die Jahrzehnte bearbeitet habe. Also während es vielleicht in einer Arbeit wie Das Zauberglas“ auch ganz explizit noch um eine Genderfrage geht, also mit der Aufteilung auch zwischen dem mehr maskulinen Teil oder auch mit der männlichen Stimme und der weiblichen Stimme in dem Video und auch diese Auftrennung des eigenen Selbst in zwei verschiedene Körperfantasien, also der männlichen so wie der weiblichen Körperfantasien

    [EINSPIELER]

  2. die kommen da jetzt nicht zusammen. In der Frage jetzt bei einer Figur bei „Can You See My Art?“ ist das einfach nur ein nicht wirklich definierbares Zwischenwesen, was dann da auftaucht. Gut, auch genauso mit der Figur mit dem „HON“ in „Sugar“ vielleicht ebenso, die irgendwo auch ganz anders weggetreten sind, also in einem ganz anderen Raum sich eigentlich auch abspielen.

  3. Was für mich, glaube ich, also in der Verkörperung oder die Körperlichkeit, viele denken immer, dass ich in den Arbeiten Perücken benutzt habe oder so, sondern ich habe aber tatsächlich für mich war diese Verkörperung oder ich spreche ja bewusst immer von Verkörperung von Stimmen, also die Arbeit mit Stimmen und den Stimmen einen Körper zu geben, also das echte Haar auch immer ganz wichtig. Also das heißt nur jetzt teilweise so in der letzten Zeit habe ich tatsächlich auch mal ein bisschen mit Perücken gearbeitet, weil es ist da auch vielleicht unwichtiger geworden, vielleicht ist auch der Aspekt der Verkleidung dann und weniger des echten Körpers akzeptierter geworden, auch innerhalb der digitalen Kultur. Vielleicht nicht, dass es nicht das authentische Haar sein musste.

  4. Also bei Das Zauberglas“, da geht es ja tatsächlich erstmal um das Haare abschneiden, um das Rasieren und das authentische Haar. Bei so einem Film wie „Auto Center Drive“, da musste alles der Folge, also der Drehplan musste der Folge der Haarlänge folgen, also von den Figuren, wie sie halt gewechselt haben, also wie sie abgedreht worden sind. Ja und ich glaube schon, also so wie ich gesagt habe, also über die Zeit kann ich schon eine Veränderung, also ich muss selber darüber nachdenken, aber ich würde, glaube ich, retrospektiv tatsächlich auch eine Veränderung in dem Ansatz, wie ich mit Körpern gearbeitet habe, schon sehen.

  5. Also ich würde mich gerne noch mal ein bisschen gerade mit der Frage von Körperlichkeit und von plastischer Chirurgie beschäftigen, also was da passiert, beziehungsweise es gibt Ideen, auch mit dem Einsatz nochmal von K.I. an meinem eigenen Gesicht, so ein paar Experimente erstmal so ausprobiert, das war ein Experimentieren und es sind ganz, ganz seltsame Sachen passiert, also die, weil ich habe bislang, also gerade auch mit dieser Entwicklung von K.I. im Digitalen noch richtig Bauchschmerzen, also mir ist das alles noch nicht so, also das, was ich an Bildern sehe, das langweilt mich beinahe so, und ja, da ist so eine Frage, wie könnte man Sachen einsetzen, also in einer ganz minimalen Dosierung, um etwas zu erreichen, das heißt, es könnte in der Richtung vielleicht wiederkommen.

  6. Aber klar, natürlich, also so eine Figur wie der „LOLTROLL“, den ich vorher erstmal aus Knete gemacht habe, also wirklich einen Ton geformt und angemalt habe und das dann einem 3D-Menschen gegeben habe, der mir diesen „LOLTROLL“ danach gebaut hat, aber ich habe ja auch andere Figuren entworfen, auch wenn es von dem eigenen Körper weggegangen ist, für mich immer noch einen gewissen Bezug zu einer Körperlichkeit gehabt, auch beim „LOLTROLL“, das Zusammenbringen von Sprache und dieser komischen Knetfigur.