Video-Transkript: Naomi Oliver
Abschlussbedingungen
Nutzen Sie bei der Bearbeitung der Videos die entsprechenden Videotranskripte (Das Interview wurde in englischer Sprache durchgeführt!)
6. Wie beeinflusst Postdigitalität ihren Denk- und Schaffensprozess?
DE
In dieser Zeit, in der wir die Technologie nicht mehr nur nutzen, ist sie zu einem wichtigen Teil unserer Routine, unserer Denkweise und unserer Sprache geworden. Die Sprache hat sich verändert und passt zu dem, was wir jetzt mit der Technologie machen, was wir online tun. Ich glaube wirklich, dass es jetzt Teil unseres Nervensystems geworden ist, und zwar auf vielen verschiedenen physischen Ebenen. Ich habe das Gefühl, dass es fast unausweichlich ist. Ich habe in verschiedenen Jobs gearbeitet, um meine künstlerische Praxis und mein Leben zu finanzieren.
Einer dieser Jobs war der einer Bibliothekarin. Ich habe viele Veränderungen in der Bibliothek miterlebt und weiß, dass dies ein guter Ort ist, um den technologischen Wandel und die Reaktionen der Menschen darauf zu beobachten. In Australien ist es zum Beispiel fast unausweichlich, ohne eine E-Mail-Adresse zurecht zu kommen. Ich erinnere mich an eine ältere Dame, die zu mir kam und am Boden zerstört war, als sie herausfand, dass sie eine E-Mail-Adresse brauchte, um etwas zu tun, das nichts mit der Bibliothek zu tun hatte, aber ich half ihr da es such um eine Gemeinde-Frage handelte, und sie sagte mir, dass sie einfach nur durch ihr Leben kommen wollte, ohne sich bei einem E-Mail-Provider anmelden zu müssen, was mich sehr berührte. Das war wirklich rührend. Es war traurig, aber es hat mich auch zum Nachdenken gebracht, wie sehr sich die Dinge verändert haben, wie ich vielleicht aufwache und über irgendeinen Aspekt meines Online-Lebens nachdenke oder meinen Tag um meine so genannten Offline-Online-Aktivitäten herum plane.
Ich denke also über meine Online-Präsenz als Künstlerin nach, darüber, wie ich meine Arbeit zeige, wie ich mit anderen in Kontakt trete, aber auch über meine sozialen Beziehungen zu anderen Menschen, meine Familienbeziehungen. Ich habe das Gefühl, dass jetzt viel mehr los ist, viel mehr zu bewältigen ist, da ich mehrere Social-Media-Plattformen und immer noch E-Mails verwende. Es gibt viel zu bedenken und zu managen in der Online-Welt, sei es bei der Arbeit oder meiner Kunst. Ich habe das Gefühl, dass sich die Welt weiterentwickelt, dass man einige dieser Dinge fast schon haben muss, um in der Gesellschaft zu überleben, geschweige denn, um Kunst zu machen oder Kunst zu teilen. Das Leben wird immer hektischer und es ist schwieriger, sich losgelöst zu fühlen. Obwohl wir Menschen es lieben, verbunden zu sein, und es gesund ist, verbunden zu sein, brauchen wir auch Zeit für uns selbst, und ich habe das Gefühl, dass diese Zeit immer knapper wird.
EN
At this time that we're not just using technology anymore, it's become a really big part of our routines, of our mindset and our language. The language has changed to fit in with what we do with technology now, what we do online. I think I really think it's part of our nervous systems now and that that's on lots of different physical levels. I feel like it's almost inescapable. I've worked in a few different day jobs to support my art practice and my life.
And one of those day jobs was a librarian. And I've seen a lot of changes in the library and that that's a good place to watch technologies change and people's reactions to it. And it's almost inescapable to survive in Australia without an email address, for instance. I remember an elderly lady coming in and being devastated to find out that she would need an email address to do something not to do with the library, but I was helping her with a community question and she said to me she just wanted to get through her life without having to sign on to email, which was just really touching to me. It was sad, but also it just made me think about how much things have changed, how I might wake up and think about some aspect of my online life or plan my day around my so-called offline online activities.
So my mind is thinking about my online presence as an artist, showing my work, connecting with others, but also just my social connections with people, my family connections. I feel like there's a lot more going on, a lot more to manage now with multiple social media platforms and still using emails. There's a lot to think about and manage with an online world, whether that's with work or my art. I feel like the world is, it's moving on in terms of you almost have to have some of these things to survive in society, let alone make art or share art. Life is getting busier and it is harder to feel disconnected. Although humans love to be connected and it's healthy to be connected, we do need time to ourselves and I feel like that's getting smaller for sure.
