Die 1990-er Jahre waren zeitlich die Schnittstelle zwischen der Zweiten und Dritten Generation jüdischer Einwanderer nach Deutschland. Was die dritte Generation so besonders macht, ist ihre Vielfalt. Und Vielfalt bringt eben auch vielfältige Meinungen. Die Juden kommen aus Ost -und Westdeutschland, aus der ehemaligen UdSSR, aus Israel. Diese Vielfalt war schon vor Shoa eine besondere Eigenschaft des Judentums.

Und diese Vielfalt gibt es wieder. Sie drückt sich in Vielem aus. Als Max Czollek, der in Berlin Friedrichshain in einer durch die DDR geprägten Familie aufwuchs, gefragt wurde, was das Judentum für ihn ausmacht, sagte er: "Eine Familie, eine Geschichte, ein Ritual, ..Tote, lebendige Freunde und Verbündete." Ähnlich bei Max Biller, obgleich sich die beiden Publizisten in einer grundlegenden gegenseitigen Kontroverse befinden. Anders gestaltet sich das Leben bei der religiösen Gemeinschaft. Das gemeinsame bei allen Juden in Deutschland bildet jedoch ihre Identität. "You can take me out of the ghetto, but you can't take the ghetto out me", formulierte es Sasha Salzman, die zu den lebenden Juden der Dritten Generation gehört. Diese Vergangenheit hat die Juden auf eine verwundbare und emotionale Weise tief geprägt und definiert.

 

Das Blockseminar geht den thematischen Fragen auf den Grund.

Es sind drei Führungen im Rahmen des BS in Berlin und Umgebung geplant.