4. Der Einfluss dieses Verhältnisses auf seinen Schaffensprozess


  1. Es ist tatsächlich so, dass es ganz viele Fragestellungen gibt, die mir in der letzten Zeit natürlich da auch durch den Kopf gehen, aber ich kann einfach sagen, augenblicklich bin ich so ein bisschen überrannt von dem, was um mich herum passiert. Das sind gewisse kulturpolitische Debatten und hochschulpolitische Sachen, dass ich eigentlich seit mindestens einem halben Jahr überhaupt gar nicht mehr an irgendwas richtig denken konnte.

  2. Aber um das nochmal vielleicht ein bisschen davor, also ich habe ja, bevor ich Kunst gemacht habe, selber Werbung gemacht. Das war noch in den 80er Jahren, also für so auch verschiedene Investitionsgüter etc. Und auch für andere Dinge, so kurze Spots, es war zum Geldverdienen, da gab es so diesen Overlap zum Anfang des Kunststudiums.

  3. Das heißt, daher kommt ein bisschen auch diese Form von der Frage der Verführung oder der Slickness, das heißt mit dem, was das Industrielle mit uns macht über das Medium, aber es dann irgendwie genau zu brechen. Das heißt, auch Sprache zu übernehmen, also das und das und das. Jetzt mache ich den Bogen wieder zurück zu heute, also zu gucken, wie funktioniert das eigentlich, was da passiert. Also auch das Ganze, ich nenne mal, die ganze Influencer-Kultur heute ist auch eine Form von Industrie zum Beispiel. Weil da oft tatsächlich, das sind ja Leute, die wirklich Millionen umsetzen, also jetzt bei denen, die richtig groß im Geschäft sind. Und wo auch wiederum eine Industrie dahinter steht, also auch eine Warenindustrie, ob das jetzt irgendwelche Konsumgüter sind oder etwas anderes. Und da nochmal genau drauf zu gucken und zu sagen, was sind eigentlich die, mit welcher Formel werden irgendwelche Dinge gemacht? Darauf zu gucken und dann die Frage zu stellen, wie können wir das vielleicht brechen oder auch im ersten einfachsten Fall vielleicht auch verulken.

  4. Also das heißt, um damit schon eine Brechung zu machen, um das Verständnis zu kriegen, also was passiert da eigentlich? Also was ist auch meine Rolle oder die Rolle aller jener, die sich das wieder reinziehen, um vielleicht auch eine eigene Ermächtigung dagegen wieder zu finden? Also ich denke immer, ich verstehe auch eine Praxis gegenüber allem, was uns so zu beballert, als auch vielleicht eine Form des Sich-Wehrens. Und zu sagen, also okay, ich nehme das alles auf, ich kau das einmal richtig durch und dann spuck ich es wieder aus, was da so kommt. Und spuck denen das wieder so ins Gesicht, also das Zurückgeben. Und ich glaube, mit diesem Ansatz oder mit diesem Gedankenansatz da vielleicht auch mal reinzugehen und zu sagen, ja, ich kann da vielleicht einfach was machen und was kann ich machen, wenn ich das will?