Video-Transkript: Bjørn Melhus
Abschlussbedingungen
Nutzen Sie bei der Bearbeitung
der Videos die entsprechenden Videotranskripte
3. Die Schnittstelle von Körper und digitaler Kultur
Ich glaube, heute haben wir es vor allem auch mit der Vervielfältigung oder extremen Multiplizierung von, also wie du auch schon gesagt hast, von bestimmten Bewegungsmustern oder natürlich auch Körperidealen zu tun, die ja bei einem großen Teil von Jugendlichen dann ein ganz bestimmtes Aussehen, also es wird ja dann über einmal eine bestimmte Bewegung, einmal über einen bestimmten Look, es werden darüber ja auch Produkte verkauft und ich meine, mir fällt halt auf, dass es zu einer extremen Normierung führt im Moment, dass wir so eine Normierung erfahren von Körperbildern, die ganz stark durch soziale Medien beeinflusst sind, also bei einer jüngeren Generation und das ist vielleicht ein normaler Prozess, der auch damals so gewesen wäre.
Wir haben heute einfach, ich glaube, in der Fortsetzung, wenn man jetzt im Bogen nochmal zurückmacht, zu diesem Bild von „Weit weit weg“, wo wir vielleicht durch die Multiplikation noch eine Differenz hatten, also durch die Frage des Analogen haben wir heute keine Differenz mehr, das heißt, auch im Sozialen meine ich jetzt, nicht nur im Digitalen als Bild selber.
Vielleicht mache ich da noch einen Einwurf mit der Arbeit „Again and Again“ aus dem Jahre, 1998 war das, 1998, die ich in Los Angeles gemacht habe, damals noch auf der Sprache einer Dauerwerbesendung aus dem Fernsehen, aber da ging es schon eigentlich genau um die Frage von Duplizieren des Körpers, also weil kurz davor ist auch das erste Schaf, also Dolly, geklont worden, also das Klonen selber als zeitgleiches Ereignis in der Körperlichkeit, als die Digitalität auch eingesetzt hat. Also ich fand das ganz interessant und in dem Fall sind halt meine Körper, die neuen Körper, die da auftauchen, anders als der Originalkörper und sie sagen, sie behaupten von sich noch besser zu sein, weil sie eigentlich Körper sind, die nur für das Bild da sind und deswegen keine Rückseite mehr brauchen.
Also da habe ich ja so einen ganz billigen Videotrick benutzt, wo die sich hin und her klappen und auf beiden Seiten ein Gesicht haben. Ich meine, für die mediale Realität brauchen wir ja keine Rückseite mehr, während wir das Original von hinten sehen mit dem Hinterkopf und die anderen sagen, ja, es ist halt besser, die haben zwei Vorderseiten, es ist also für diesen Einsatz und ich glaube, in diesem Sinne, wo wir jetzt auch sind, ich lasse es vielleicht an der Stelle mal stehen, also dass das vielleicht eine Metapher ist, auch für das Soziale, was passiert ist.
