Video-Transkript: Laila Shereen Sakr
6. Laila Sakrs Sicht auf das Zusammenspiel von Digitalität und Kunstunterricht
DE
Die
digitale Kunstpraxis ist für mich dynamisch, sie ist ein Raum, in
dem man mit Technologie experimentieren kann, um unsere bestehende
Situation in Frage zu stellen und sich die Zukunft neu vorzustellen.
Und für mich ist das eines der aufregendsten Dinge. Ich meine, wenn
wir über die Zukunft sprechen, müssen wir lehren, denn, wie wir
eingangs sagten, bin ich eine Generation. Sie sind die nächste
Generation. Wir müssen miteinander ins Gespräch kommen. Die Zukunft
ist die nächste Generation. Die Zukunft ist die Jugend. Und es geht
darum, die unsichtbaren Algorithmen, die Daten und die Überwachung
sichtbar zu machen, damit wir sie anfechten und uns darüber
unterhalten können und die Menschen die Möglichkeit haben, selbst
über ihr Leben zu bestimmen. Die Rezeption ist aktiv, und das
Publikum beteiligt sich als Mitgestalter an dieser Welt, indem es die
Bedeutung entschlüsselt und umgestaltet. Bildung ist also von
entscheidender Bedeutung, um das zu erreichen. In meinem Buch "Arabic
Glitch" gehe ich auf drei wichtige Punkte ein.
Erstens,
dass es keine Kluft zwischen dem Virtuellen und dem Realen gibt, wie
wir immer wieder behaupten.
Zweitens, die prozedurale Kompetenz,
d. h. die Kenntnis von Code, die Kenntnis von grundlegendem Code, das
Verständnis, wie ein Algorithmus geschrieben wird, dass nicht alles
festgelegt ist, dass alles laufen muss. Codes laufen. Man muss den
Code laufen lassen. Um diesen Prozess zu verstehen, die prozedurale
Kompetenz, um zu verstehen, dass man, um Code zu schreiben, zuerst
Dinge definieren muss, und dann muss man eine Leinwand erstellen. Und
was macht man dann? Wissen Sie, es gibt eine grundlegende Semantik
und Logik für Code, die man prozedurale Kompetenz nennt. Ich glaube,
Michael Mateas war der erste, der diesen Begriff geprägt hat. Und
prozedurale Kompetenz, sage ich, ist notwendig, um zu verstehen, wie
Datenkörper funktionieren, und sie ist notwendig, wenn man etwas
ändern will, wenn man die Technologie stören will, wenn man etwas
haben will, wenn man kollektiv etwas ändern will, muss man
prozedurale Kompetenz haben und man muss die Untrennbarkeit zwischen
seiner gelebten körperlichen Realität und der digitalen Kultur
verstehen. Das sind die drei Punkte, auf die ich in meinem Buch
eingehe. Der Schlüssel liegt also in der kulturellen Bildung und der
Verfahrenskompetenz.
Ich unterrichte, ich habe eine Reihe von
Videos zur Einführung in die prozedurale Kompetenz, die ich in
absolut jedem einzelnen Kurs, den ich gebe, unterrichte. Selbst wenn
es nicht Teil des Unterrichts ist, sage ich: Hier, das könnt ihr
nebenbei machen, weil es so wichtig ist. In der Kunsterziehung ist
die digitale Kunst ein wichtiges Instrument, um kritische
Medienkompetenz und kreatives Programmieren zu vermitteln und die
Schüler zu befähigen, Systeme zu kritisieren und zu hacken. Ich
integriere R-Shief und Glitch-Techniken in meine Pädagogik und
ermutige die Schüler, ihre eigenen Datenkörper und kulturellen
Erzählungen durch praktische Projekte zu erforschen. Wir haben oft
Ausstellungen am Ende. Glitch Art hat immer eine große Ausstellung.
Das letzte Mal, als wir Glitch Art gemacht haben, waren wir sogar in
einem Ausstellungsraum auf dem Campus. Das war wirklich aufregend.
Die Studenten konnten das in ihren Lebenslauf einbauen. All das war
für mich sehr wichtig. Und ich muss sagen, dass in meiner Rolle als
assoziierte Professorin an der UC Santa Barbara die Studierenden,
der Unterricht mit ihnen und die Betreuung der Studierenden, der höheren und niedrigeren Semester, der beste Teil meiner Arbeit ist! Ich
danke Ihnen.
EN
Digital
art practice for me, it's dynamic, it's
a space for experimenting with technology to challenge our existing
situation and to reimagine the futures. And for me, this is one of
the most exciting things. I mean, if we're going to talk about the
future, we have to teach because, again, as we said at the beginning,
I'm one generation. You're the next generation. We need to be in
conversation. The future is the next generation. The future is the
youth. And it's about making the invisible algorithms and the data
and surveillance visible so that we can contest it and we can have a
conversation about it and people can have agency and their own
control over their lives. Reception is active and audiences engage as
co-creators in this world, decoding and reshaping meaning. So
education is critical in order to do that. In my book, „Arabic
Glitch“, I have three important points I make.
One, that
there's no divide between the virtual and the real, like we've been
saying.
Two, procedural literacy, which is knowing code, having
being literate in basic code, understanding how an algorithm is
written, that it's like that everything is not fixed, that everything
has to run. Codes
run. You have to run code. Press play and it has to go from A to B to
C. To understand that process, procedural literacy, to understand
that in order to write code, you need to define, you have to first
define things and then you need to create a canvas. And what do you
do? You know, there's a basic semantics and logic to code called
procedural literacy. Michael Mateas,
I believe, was the first to come up with that term. And procedural
literacy, I say, is necessary to understand how data bodies work and
is necessary if for you to make any change, if you want to glitch the
technology, if you want to have any, make change collectively, you
need to have procedural literacy and you need to understand the
inseparability between your lived corporal reality and digital
culture. Those are the three points I make in my book. So at the key
is arts education and procedural literacy.
I teach, I have a set
of videos to introduce students to procedural literacy that I teach
in absolutely every single class I give. Even if it's not part of the
class, I'm like, here, you can do this on the side because it's that
important. In arts education, digital art is a vital tool to teach
critical media literacy and creative coding, empowering students to
critique and to hack the systems. I integrate R-Shief
and glitch technique in my pedagogy, encouraging students to explore
their own data bodies and cultural narratives through hands-on
projects. We often have exhibitions at the end. Glitch art always has
a big exhibition. The last time we did glitch art, we were actually
in an exhibition space on campus. It was really exciting. These
students were able to put that on their resumes, their undergraduate
students. And so all of it was really important to me. And I will say
that in my role as an associate professor at UC Santa Barbara, the
students and teaching the students and mentoring students, grad
students, undergrads is the best part of my job! Thank you.