Video-Transkript: Bjørn Melhus
2. Körper in seiner künstlerischen Arbeit
Gute
Frage. Ich glaube, ja, das Körpergefühl hat sich sicherlich auch
etwas geändert, weil die Repräsentation der Körper sich geändert
hat über die lange Zeit. Und ich glaube auch bestimmte Kernfragen,
die ich über die Jahrzehnte bearbeitet habe. Also während es
vielleicht in einer Arbeit wie „Das
Zauberglas“ auch ganz explizit
noch um eine Genderfrage geht, also mit der Aufteilung auch zwischen
dem mehr maskulinen Teil oder auch mit der männlichen Stimme und der
weiblichen Stimme in dem Video und auch diese Auftrennung des eigenen
Selbst in zwei verschiedene Körperfantasien, also der männlichen so
wie der weiblichen Körperfantasien
[EINSPIELER]
die
kommen da
jetzt nicht zusammen. In der Frage jetzt bei einer Figur bei „Can
You See My Art?“ ist das einfach
nur ein nicht wirklich definierbares Zwischenwesen, was dann da
auftaucht. Gut, auch genauso mit der Figur mit dem „HON“
in „Sugar“
vielleicht ebenso, die irgendwo auch ganz anders weggetreten sind,
also in einem ganz anderen Raum sich eigentlich auch abspielen.
Was
für mich, glaube ich, also in der Verkörperung oder die
Körperlichkeit, viele denken immer, dass ich in den Arbeiten
Perücken benutzt habe oder so, sondern ich habe aber tatsächlich
für mich war diese Verkörperung oder ich spreche ja bewusst immer
von Verkörperung von Stimmen, also die Arbeit mit Stimmen und den
Stimmen einen Körper zu geben, also das echte Haar auch immer ganz
wichtig. Also das heißt nur jetzt teilweise so in der letzten Zeit
habe ich tatsächlich auch mal ein bisschen mit Perücken gearbeitet,
weil es ist da auch vielleicht unwichtiger geworden, vielleicht ist
auch der Aspekt der Verkleidung dann und weniger des echten Körpers
akzeptierter geworden, auch innerhalb der digitalen Kultur.
Vielleicht nicht, dass es nicht das authentische Haar sein musste.
Also bei „Das
Zauberglas“,
da geht es ja tatsächlich erstmal um das Haare abschneiden, um das
Rasieren und das authentische Haar. Bei
so einem Film wie „Auto Center
Drive“, da musste alles der Folge,
also der Drehplan musste der Folge der Haarlänge folgen, also von
den Figuren, wie sie halt gewechselt haben, also wie sie abgedreht
worden sind. Ja und ich glaube schon, also so wie ich gesagt habe,
also über die Zeit kann ich schon eine Veränderung, also ich muss
selber darüber nachdenken, aber ich würde, glaube ich, retrospektiv
tatsächlich auch eine Veränderung in dem Ansatz, wie ich mit
Körpern gearbeitet habe, schon sehen.
Also ich würde
mich gerne noch mal ein bisschen gerade mit der Frage von
Körperlichkeit und von plastischer Chirurgie beschäftigen, also was
da passiert, beziehungsweise es gibt Ideen, auch mit dem Einsatz
nochmal von K.I. an meinem eigenen Gesicht, so ein paar Experimente
erstmal so ausprobiert, das war ein Experimentieren und es sind ganz,
ganz seltsame Sachen passiert, also die, weil ich habe bislang, also
gerade auch mit dieser Entwicklung von K.I. im Digitalen noch richtig
Bauchschmerzen, also mir ist das alles noch nicht so, also das, was
ich an Bildern sehe, das langweilt mich beinahe so, und ja, da ist so
eine Frage, wie könnte man Sachen einsetzen, also in einer ganz
minimalen Dosierung, um etwas zu erreichen, das heißt, es könnte in
der Richtung vielleicht wiederkommen.
Aber klar, natürlich, also so
eine Figur wie der „LOLTROLL“,
den ich vorher erstmal aus Knete gemacht habe, also wirklich einen
Ton geformt und angemalt habe und das dann einem 3D-Menschen gegeben
habe, der mir diesen „LOLTROLL“
danach gebaut hat, aber ich habe ja auch andere Figuren entworfen,
auch wenn es von dem eigenen Körper weggegangen ist, für mich immer
noch einen gewissen Bezug zu einer Körperlichkeit gehabt, auch beim
„LOLTROLL“,
das Zusammenbringen von Sprache und dieser komischen Knetfigur.