Video-Transkript: Bjørn Melhus
1. Seine Arbeitspraxis
Ja,
erstmal hallo. Und genau, es ist richtig, die Arbeitspraxis hat sich
tatsächlich über viele Jahre verändert. Also ich bin ja
eingestiegen schon in den- ganz früh schon in den Ende 80er, Anfang
90er Jahre und hab mich damals mit einer ganz anderen medialen Kultur
konfrontiert, als es heute der Fall ist. Insofern, also dadurch, dass
ich jetzt aus einer Generation komme, die mit dem Leitmedium
Fernsehen groß geworden ist und vor allem im Leitmedium Fernsehen,
wie es noch in der alten Bundesrepublik üblich war, also dass es ja
so drei Programme gab und, äh, der Zugriff auf Material, wie wir es
heute haben, durch, also eine digitale Kultur, also ich spreche jetzt
von einer vordigitalen Kultur, über die ich erstmal sozialisiert
bin. Und als ich dann meine ersten
künstlerischen
Arbeiten gemacht habe, war auch das Internet noch nicht erfunden.
Also, „Das
Zauberglas“ zum Beispiel, ein
Video, ein sehr frühes Video von mir, ist von 1991. Da hatten wir
sowas alles gar nicht. Also es bezieht sich damals eben noch auf eine
Fernsehkultur. Tatsächlich auch bei den frühen Arbeiten noch auf
den Umgang von Synchronsprache, deutscher Synchronsprache, im
Zusammenhang mit US-amerikanischer Fernseh- oder Medienkultur oder
Filmkultur,
[EINSPIELER]
was
ja ganz, ganz dominant war in Westdeutschland in der Zeit. Dann ist
es tatsächlich mit Ende der 90er zunehmend digitaler geworden. Also
das heißt, auch einmal die Möglichkeiten, technischen
Möglichkeiten, die sich ergeben haben, und aber auch die Inhalte,
die reflektiert wurden, also bis hin dann heute, wo ich also in
Arbeiten wie „Sugar“
dann tatsächlich mit, also eine digitale Kultur direkt reflektiere
in der künstlerischen Arbeit. Das heißt, auch eine
Influencer-Kultur, wo ich die Stimme einer Influencerin genommen habe
und die weiterverarbeitet habe. Also so ist natürlich über den
mittlerweile, uiuiui,
bald 40-Jährigen oder über 30-Jährigen Weg ein langer Bogen. Also
die Welt hat sich einmal komplett auf den Kopf gestellt und somit
muss man sich auch als Künstler einmal auf den Kopf drehen, um
irgendwie weitermachen zu können. Das ist jetzt vielleicht so der
große Bogen, große Wurf.